In Nr. 1 der Cahiers du Collège de 'Pataphysique findet sich
ein
Beitrag Queneaus über die "aerodynamischen Eigenschaften der
Addition". Aerodynamisch? Queneau erinnert an Dostojewski, der in
seinen Aufzeichnungen aus einem Kellerloch von der Gleichung 2 + 2 = 4
meinte, sie sei kein Leben, vielmehr Beginn des Todes. Hatte der
russische Dichter somit eine Schwäche ("faible") für
die
Gleichung 2 + 2 = 5, weil diese nun umgekehrt auf Wiederauferstehung
und Leben verweist? Akzeptiert man die Hypothese, wonach es der Wind
ist, der (nach hinduistischer Vorstellung) die Seele in himmlische
Regionen hebt, von wo sie dann zu ihrer Reinkarnation wieder
hinabsteigt, so scheint die nötige Verbindung von Wind und
Addition hergestellt. Man solle wagen zu leben, da der Wind sich hebt
— verkünden auch Paul Valéry und Boris
Vian (wenn wir
Jean Borzig's Essay über den Pataphysiker Queneau folgen
dürfen: "Le vent se lève, il faut tenter de vivre";
vgl.
Andrée Bergens, ed.: Raymond Queneau. Editions de l'Herne.
Genève, S. 297). — Violà! Charmant und
augenzwinkernd plaudert der Pataphysiker hier etwas aus, das von einer
freundlichen Mittelmeerbrise davongetragen wird und uns den "nassen
Schnee" des winterlichen St. Petersburg vergessen lässt, jenes
Leichentuch, unter das der Kellerlochmensch die von ihm zynisch
verletzte Mitwelt samt aller Vernunftordnung begraben sehen
möchte.